Tag Archives: Färben Mit Cochenille

Kurs: Magie der Pflanzenfarben

Die Magie der Naturfärberei 2015

Wir machen uns auf zu den bunten Anfängen der alten Färberei und zaubern die Farben, die uns die Natur schenkt auf Wolle und Seide.
Fast magisch mutet es an, wenn wir mit Hitze und Wasser die Farben aus den Pflanzen lösen und auf Textilien bringen.

Rainfarn2011 (5)SchurMax2014-10 (11)Schruns2010 (6) - KopieKrapp2014 (8) - Kopie

Kurstermin: Fr, 2. 10. – Sa, 3. 10. 2015 jeweils von 9.00.–18.00. Uhr, Mittagspause

Kursort: Kerzenwerkstatt & Naturfärberei, Sulzberg, Österreich

Materialkosten: 40,- € für Material, Skriptum, 500 g gefärbte Wolle und Seide

Kursbeitrag: Der Veranstalter dieses Kurses ist der Verein „Allgäuer Kräuterland“: 130,- € für Mitglieder des Vereins bzw. 150,- für Nichtmitglieder

Mitzubringen: Schreibsachen, Schere, reißfeste Fäden zum Abbinden der Wolle, Gummihandschuhe, Arbeitskleidung, ev. Regenjacke für draußen;

Weitere Informationen:
Kursleitung Andrea Hagspiel-Rebholz, Schüssel 293, 6934 Sulzberg, Österreich
tel. 0043 664 12 13 326
www.dieflotte.at oder andrea@kerzenwerkstatt.at

Anmeldung:
Bei der Kursleitung Andrea Hagspiel-Rebholz oder direkt bei
Allgäuer Kräuterland – Anna Gollong: 0049 8375 9298 118 oder
www.allgaeuer-kraeuterland.de

hier finden Sie weitere Kurse und Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten

Nachtrag zum Färbe-Kurs

Ich habe am Kurstag Freitag am Morgen noch schnell eine kleine Küpe vorbereitet, damit wir Überfärbungen von Rainfarn und Cochenille machen können. Hier die Ergebnisse unseres Färbekurses Anfang Juli:

2015-07-04 (1)klein

2015-07-04 (4)klein

2015-07-04 (3)klein

2015-07-04 (6)klein

Kursangebot im Juli

Die Magie der Naturfärberei 2015

Wir machen uns auf zu den bunten Anfängen der alten Färberei und zaubern die Farben, die uns die Natur schenkt auf Wolle und Seide. Fast magisch mutet es an, wenn wir mit Hitze und Wasser die Farben aus den Pflanzen lösen und auf Textilien bringen.
Wir färben erdiges Braun, strahlendes Pink, leuchtendes Gelb und moosiges Grün und arbeiten mit Pflanzen aus dem eigenen Garten und zugekauften Färbestoffen.

Kurstermin: Freitag, 3. Juli und Samstag, 4. Juli, 2015 jeweils von 9.00. – 17.00. Uhr, mit Mittagspause

Materialkosten: 40,- für Material, Skriptum, 300 gr gefärbte Wolle und Seide

Kursbeitrag: 130,- (110,- ab 5 Teilnehmer)

Mitzubringen: Schreibsachen, Schere, reißfeste Fäden zum Abbinden der Wolle, Plastikeimer, Gummihandschuhe, Arbeitskleidung, ev. Regenjacke für draußen.

Anmeldung: andrea@kerzenwerkstatt.at

Rainfarn2011 (5)SchurMax2014-10 (11)

Detaillierte Kursbeschreibung

Am Freitag liegt der Schwerpunkt auf den Themen: Farbbäder ansetzten, Vorbereitung der Wolle, Beizen
Wir werden die bereits vorbereiteten Farbbäder mit Walnuss-Schalen und Cochenille fertig machen und Braun und Pink färben. Daneben lernen wir das Beizen mit Alaun und das Beizen mit Kaltbeize Al kennen. Wir machen einen Spaziergang zu den verschiedenen Färberpflanzen in meinem Garten, ernten den Rainfarn und setzten damit ein Farbbad an.

Schruns2010 (6)Kerbel2013 (3)Schruns2010 (17)

Die Schwerpunkte am Samstag sind: weiteres Basiswissen, Entwicklungsbäder, Nachbehandlung der Wolle, Dokumentation
Wir werden zuerst das Farbbad mit Rainfarn fertig machen und Gelb färben. Dieses werden wir später teilweise weiterentwickeln zu Grün.
Gefärbt wird mit Walnuss Beige und mit Cochenille Rosa. Gemeinsam erstellen wir eine Musterkarte unserer Färbungen. 

Cochenille2011 (7)Schruns2010 (3)

Die Wartezeiten, in denen sich die Färbungen entwickeln, nutzen wir für Theorie und Austausch.

Der Kurs ist angelegt für 3 bis max. 8 Teilnehmer.

Wir arbeiten in der Werkstatt und im Freien (Kleidung dem jeweiligen Wetter anpassen). Es gibt Obst und eine Jause mit Kaffee und Kuchen. Das Mittagessen bitte selber mitbringen oder das Gasthaus (5 km) besuchen.

Projekt: GRAU – 4. Tag: Blauholz – Gedanken und so…

Für die Probefärbungen für Katharina habe ich Blauholzspäne bestellt. Blauholz ist auch wieder ein Material, welches ich bisher zum Färben nicht verwendet habe. Irgendwie – wie soll ich sagen – habe ich keinen Bezug dazu, es hat mich bisher nicht interessiert. Jene Pflanzen, auf deren Färbungen ich neugierig war, habe ich mir entweder in meinen Garten geholt und dann geerntet (beziehungsweise mir vorgenommen, dies noch zu machen) oder ich habe die Färbedroge davon gekauft und ausprobiert. Bei Blauholz war das nie der Fall. In der Literatur und in verschiedenen Medien im Internet habe ich zwar immer wieder wunderschöne Blaufärbungen gesehen, hatte jetzt aber nie das Bedürfnis, selber auch Versuche mit diesem Material zu machen. Allerdings habe ich auch nie nachgespürt, warum ich eben diese Neugierde bei dem Material nicht hatte. Dies hab ich nun nachgeholt:

Bei jenem Blauholz, das ich bei meiner Bestellung bekommen habe, steht am Etikett “Ursprungsland Haiti”. Und da hab ich mein erstes Problem mit dem Material. Ich brauch keine tropischen Hölzer zum Färben, da sträubt sich was in mir. Ich versuche möglichst regionale Pflanzen zu verwenden, da passt mir das Blauholz einfach nicht rein. Jetzt hör ich natürlich schon die ersten kritischen Kommentare von euch: Cochenille und Indigo ist auch nicht regional. – Ja. Da gebe ich euch ein Stück weit recht. Nur sind diese beiden Färbemittel für mich durch nichts anderes zu ersetzten – erstens. Die würde ich persönlich sehr vermissen, Blauholz dagegen nicht. Und zweitens spielt der nächste Punkt in meiner Bewertung eine wesentliche Rolle:

Der nächste kritische Punkt ist die Lichtechtheit. Es ist bei den meisten Färberezepten nachzulesen, dass die Färbungen mit Blauholz angeblich schlecht lichtecht und zum Teil auch mäßig waschecht sind. Da hab ich jetzt mein zweites Problem mit dem Material.

Ich möchte meine Produkte ja auch verkaufen und meine Kunden sollen eine gute Qualität bekommen, so lichtecht wie möglich und so gut waschecht wie möglich. Es macht für mich wenig Sinn, das weit transportierte Ausgangsmaterial Blauholz zu kaufen, wenn ich dann am Ende ein Produkt habe, dass meinen Qualitätsanforderungen nicht entspricht. Es macht für mich wenig Sinn, mir die aufwändige Arbeit mit der Pflanzenfärberei anzutun, wenn mir das Erarbeitete keine Freude bereitet.

Aus diesen Gründen werde ich vermutlich auch weiterhin auf Blauholz verzichten. Und in diesen Gründen liegt für mich auch die Berechtigung für den Einsatz von Cochenille und Indigo. Ich arbeite gerne mit Cochenille und Indigo, ich bin fasziniert von der fast unerschöpfliche Farbausbeute, ich liebe die enorme Vielfalt an Farbnuancen und freu mich über die gute Licht- und Waschechtheit. Ich werde jetzt mal meine eigenen Blauholz-Proben auf Lichtechtheit testen und mir dann ein Urteil fällen.

Das alles ist natürlich meine ganz persönliche Sicht auf die Dinge. Jeder hat andere Prioritäten und sucht sich seine Färbepflanzen nach eigens gesetzten Schwerpunkten aus. Oder noch weiter gegriffen entscheidet jeder für sich, ob mit Pflanzenfarben oder synthetischen Farben gearbeitet wird. Jede Technik hat ihre Vorteile und Nachteile, jeder hat seine ganz persönlichen Gründe, sich für die eine oder andere Variante zu entscheiden. Es ist unsinnig, das eine oder das andere als “schlechter” oder “besser” abzustempeln. Es muß in erster Linie für die passend und stimmig sein, die damit arbeiten.

Sortenrein

Nochmals die gleiche Probefärbung mit Krapp und Cochenille, diesmal jede Wollsorte für sich fotografiert:

Los geht es mit der Lammwolle, von links nach rechts die Züge 1 bis 5.

Krapp2014 (4)

Bei der Merino-Seide-Mischung gibt es ebenfalls alle fünf Züge. Überrascht hat mich der dritte (Bildmitte) mit einem ganz tollen Pink.

Krapp2014 (7)

Mein Merino-Babygarn habe ich im ersten und zweiten Zug gefärbt. Beide haben genau die wunderschöne Melierung, die ich so gerne mag.

Krapp2014 (10)

Und dann noch die Sockenwolle: Oben der 5. und unten der 2. Zug.

Krapp2014 (12)

Probefärbung Krapp / Cochenille

Ich habe schon mehrfach vergeblich versucht, ein richtiges “Feuerwehrauto-Rot” zu färben. Vor einiger Zeit habe ich ein Rezept mit dem Titel “wunderschönes Krapprot” bekommen. Es hat zwar etwas gedauert, aber nun habe ich probegefärbt und dokumentiert. Ich habe 100 % Krappwurzeln als Hauptbestandteil des Rezeptes verwendet, über Nacht eingeweicht und dann zerkleinert. Vorgebeizt wurde mit 15 % Alaun.

Krapp2014 (17)

Die ersten beiden Züge (Foto unten) haben tatsächlich ein wunderschönes Rot ergeben. Im ersten Zug habe ich eine Stunde bei 70°  gefärbt (von links nach rechts): Lammwolle, Schurwolle, Merino-Babygarn, Merino-Seide, Alpaka. Die Farbe war der Hammer! Echt Feuerwehrauto-Rot!! So wie gewollt!!!

Krapp2014 (20)

Dann der spannend erwartete 2. Zug (unten), gefärbt 1 Stunde bei 75 °: wieder Lammwolle, Schurwolle, Merino-Babygarn, Merino-Seide und dann Sockenwolle. Man sieht bereits stärkere Melierungen. Die ersten drei Farben fand ich immer noch toll, die Merino-Seide-Mischung war dann schon nicht mehr so knallrot, die Sockenwolle ebenfall, die hatte schon einen leicht braunen Einschlag – na, auf jeden Fall fand ich es eine gute Idee,…

Krapp2014 (24)

…ein bißchen Cochenille (6 %) in den dritten Zug (Foto unten) zu geben…Mein Plan war, dass sich das zur Neige gehende Krapprot – dass vermutlich ein Brau-Rot ergeben würde – mit der eher Pink ausfallenden Cochenille zu einem schönen Rot kombinieren sollte. Gefärbt wurde 1 Stunde bei 85 °. Was ich schlussendlich aus dem Färbetopf gezaubert habe war eigentlich – äh – irgendwie Pink. Auf dem Foto unten seht ihr wieder Lammwolle, Merino-Seide und meine feine Schurwolle. Total überrascht war ich vom kräftigen Pink der Merino-Seide-Mischung. Nicht auf dem Foto sind die Stränge aus der dicken Schurwolle und der Sockenwolle – die sind so langweilig blaßpink geworden, dass sie sofort in meine “mit Indigo zu überfärben” – Kiste gekommen sind.

Krapp2014 (28)

Nun gut. Da anscheinend immer noch Farbe in der Flotte war, machte ich den 4. Zug: Wieder 1 Stunde bei 85 ° und wieder Lamm, dicke Schurwolle, Merino-Seide und feine Schurwolle. Die Farbe viel nun deutlich schwächer aus, es ergaben sich sehr schöne, warme Töne, die Merino-Seide-Mischung hat was von Schweinchen-Rosa. Und da es Abend war und ich noch vorbereitete Wollstränge hatte…

Krapp2014 (32)

…machte ich noch einen 5. Zug, der drei Stunden bei 85 ° verbrachte und über Nacht im Topf herunterkühlte und der mich schlussendlich fast am meisten überraschte: Durch die lange Färbezeit wurde den Krappwurzeln anscheinend auch noch die letzten Reserven herausgezogen und ich bekam wunderbare Rosttöne und herrliche Melierungen!

Krapp2014 (35)

Fazit: Vor allem bin ich glücklich, dass ich zu meinem Feuerwehrauto-Rot gekommen bin, ich werde bei der nächsten Färbung mit Krapp die ersten beiden Züge wiederholen und dann wahrscheinlich ein anderes Experiment machen. Und was ich auch noch sagen möchte: Danke, Birgit, für´s Rezept!