Tag Archives: Färben Mit Indigo

Aufarbeiten

Vielleicht ist es euch aufgefallen, ist ja an den Einträgen im blog ablesbar:  Färbetechnisch hatte ich einen Durchhänger. Irgendwie bin ich einfach nicht aus dem Nach-Weihnachts-Loch gekommen.

Mit schlechtem Gewissen habe ich wieder und wieder auf die gelben Stränge vom letzten Jahr geschielt, die noch immer darauf gewartet haben, mit Indigo überfärbt zu werden.

Bevor nun die ersten neuen Färbepflanzen im Garten reif zur Ernte geworden sind, habe ich das noch erledigt. Und nicht nur das: ich habe die Wolle auch gleich nach dem Waschen und Trocknen fertig gemacht und angeschrieben!

Hier zwei Färbungen auf Sockenwolle. Links habe ich 2015 mit Apfelbaumrinde aus dem Garten meines Vaters vorgefärbt und jetzt eben mit Indigo überfärbt. Rechts stammt die Farbe von meinem eigenen Rainfarn (Färbung 2015) und von Indigo.

Sowo 616 Apfelb+I (1)kleinSowo 116 Rf+I (1)-1klein

Und wenn die Indigoküpe schon läuft, wird sie auch ausgenutzt. Hier zwei schöne Färbungen, die die Vielfalt dieses Farbstoffes zeigen. Die dunklen Stränge sind Schurwolle Fein. Diese habe ich gleich zu Beginn gefärbt, als sich noch sehr viel Farbstoff  in der Küpe befand. Färbedauer war etwa 10 bis 15 Minuten. Gegen Ende, als die Farbstoffkonzentration nur mehr sehr niedrig war, wurden vier Stränge Sockenwolle eingelegt und etwa eine Stunde im Farbbad belassen – damit auch das letzte Indigomolekül die Möglichkeit hatte, sich auf der Wolle zu verewigen.

SchurFein 116 Indigo (1)kleinSowo 316 Indigo (1)klein

 

 

Nachtrag zum Färbe-Kurs

Ich habe am Kurstag Freitag am Morgen noch schnell eine kleine Küpe vorbereitet, damit wir Überfärbungen von Rainfarn und Cochenille machen können. Hier die Ergebnisse unseres Färbekurses Anfang Juli:

2015-07-04 (1)klein

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Projekt: GRAU – 4. Tag: Blauholz – Gedanken und so…

Für die Probefärbungen für Katharina habe ich Blauholzspäne bestellt. Blauholz ist auch wieder ein Material, welches ich bisher zum Färben nicht verwendet habe. Irgendwie – wie soll ich sagen – habe ich keinen Bezug dazu, es hat mich bisher nicht interessiert. Jene Pflanzen, auf deren Färbungen ich neugierig war, habe ich mir entweder in meinen Garten geholt und dann geerntet (beziehungsweise mir vorgenommen, dies noch zu machen) oder ich habe die Färbedroge davon gekauft und ausprobiert. Bei Blauholz war das nie der Fall. In der Literatur und in verschiedenen Medien im Internet habe ich zwar immer wieder wunderschöne Blaufärbungen gesehen, hatte jetzt aber nie das Bedürfnis, selber auch Versuche mit diesem Material zu machen. Allerdings habe ich auch nie nachgespürt, warum ich eben diese Neugierde bei dem Material nicht hatte. Dies hab ich nun nachgeholt:

Bei jenem Blauholz, das ich bei meiner Bestellung bekommen habe, steht am Etikett “Ursprungsland Haiti”. Und da hab ich mein erstes Problem mit dem Material. Ich brauch keine tropischen Hölzer zum Färben, da sträubt sich was in mir. Ich versuche möglichst regionale Pflanzen zu verwenden, da passt mir das Blauholz einfach nicht rein. Jetzt hör ich natürlich schon die ersten kritischen Kommentare von euch: Cochenille und Indigo ist auch nicht regional. – Ja. Da gebe ich euch ein Stück weit recht. Nur sind diese beiden Färbemittel für mich durch nichts anderes zu ersetzten – erstens. Die würde ich persönlich sehr vermissen, Blauholz dagegen nicht. Und zweitens spielt der nächste Punkt in meiner Bewertung eine wesentliche Rolle:

Der nächste kritische Punkt ist die Lichtechtheit. Es ist bei den meisten Färberezepten nachzulesen, dass die Färbungen mit Blauholz angeblich schlecht lichtecht und zum Teil auch mäßig waschecht sind. Da hab ich jetzt mein zweites Problem mit dem Material.

Ich möchte meine Produkte ja auch verkaufen und meine Kunden sollen eine gute Qualität bekommen, so lichtecht wie möglich und so gut waschecht wie möglich. Es macht für mich wenig Sinn, das weit transportierte Ausgangsmaterial Blauholz zu kaufen, wenn ich dann am Ende ein Produkt habe, dass meinen Qualitätsanforderungen nicht entspricht. Es macht für mich wenig Sinn, mir die aufwändige Arbeit mit der Pflanzenfärberei anzutun, wenn mir das Erarbeitete keine Freude bereitet.

Aus diesen Gründen werde ich vermutlich auch weiterhin auf Blauholz verzichten. Und in diesen Gründen liegt für mich auch die Berechtigung für den Einsatz von Cochenille und Indigo. Ich arbeite gerne mit Cochenille und Indigo, ich bin fasziniert von der fast unerschöpfliche Farbausbeute, ich liebe die enorme Vielfalt an Farbnuancen und freu mich über die gute Licht- und Waschechtheit. Ich werde jetzt mal meine eigenen Blauholz-Proben auf Lichtechtheit testen und mir dann ein Urteil fällen.

Das alles ist natürlich meine ganz persönliche Sicht auf die Dinge. Jeder hat andere Prioritäten und sucht sich seine Färbepflanzen nach eigens gesetzten Schwerpunkten aus. Oder noch weiter gegriffen entscheidet jeder für sich, ob mit Pflanzenfarben oder synthetischen Farben gearbeitet wird. Jede Technik hat ihre Vorteile und Nachteile, jeder hat seine ganz persönlichen Gründe, sich für die eine oder andere Variante zu entscheiden. Es ist unsinnig, das eine oder das andere als “schlechter” oder “besser” abzustempeln. Es muß in erster Linie für die passend und stimmig sein, die damit arbeiten.

Und weil´s so schön war: nochmals neue Wolle!

Ich liebe diese mehrfärbigen Wollen!

Verwendet habe ich frisch gesammelte und dann tiefgefrorene Walnuss-Schalen und pflanzlichen Indigo.

Lamm1113 (9)Lamm1113 (8)

Die Wolle ist bei mir in der Werkstatt und im shop erhältlich.

Es ist angestrickt!

Aller Anfang ist schwer. Mit der von mir veranschlagten Maschenanzahl bin ich nicht ausgekommen. Durch die linken Maschen im Muster wird das Gestrickte kräftig zusammengezogen und um einiges schmäler. Ich habe nach den ersten zehn Zentimetern die Notbremse gezogen und aufgetrennt. Den zweiten Anschlag habe ich mit 137 Maschen gemacht – jaja, deutlich mehr! Und was lernen wir daraus: Ab sofort werde ich die Maschenprobe nicht nur glatt rechts, sondern im tatsächlich zu strickenden Muster machen. Ich hätt´s ja eigentlich gewußt.

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Nachtrag 30. 7. 2015: Die Jacke ist fertig!!!

Socken für kleine Füßchen

Mein Kleiner hat neue feine Söckchen, bei denen auch der vorwitzige große Zeh wieder eingepackt ist. Gestrickt habe ich mit meiner dicken Schurwolle. Das Hellbraun ist mit Nuss-Schalen, das Blau mit Indigo gefärbt.

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In Planung

…ist bereits das nächste Strickprojekt: eine Jacke für kleine Herren. Die Idee dazu habe ich vor Jahren mal aus einer Zeitschrift kopiert, dort allerdings in den typischen “Männerfarben” braun, beige und blau. Mein Sohn machte zu dem Bild ein so langes Gesicht, dass ich ihm noch andere Farbkombinationen vorschlug und er die farbenprächtige Variante dunkles Petrol, minzefarbenes Hellgrün, kombinert mit dem knalligen Orange einer Färbung mit Dahlien und Tagetes auswählte. Das Hellgrün habe ich mit Rainfarn und Indigo gefärbt und das dunkle Petrol mit Goldrute und Indigo.

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Die ersten Schritte zur Verwirklichung der Jacke haben wir auch schon getätigt: Die Wolle vom Strang zum Knäuel gewickelt. Die Wolle ist eine sehr feine Merinowolle in vierfädiger Zwirnung.

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