Tag Archives: Färben Mit Galläpfeln

Projekt: GRAU – 5. Tag: Galläpfel auf Kupferbeize

Bei den ersten beiden Färbungen mit Eichengalläpfeln wurde auf ungebeizter Wolle gefärbt. Nun habe ich noch einen Versuch auf gebeizter Wolle gemacht. Das Rezept habe ich aus dem Buch von Dorit Berger. Sie verwendet 5 % Kupfer als Vorbeize. Gefärbt wird über eine Stunde mit 10 % Galläpfeln. Nuanciert wird wie üblich 15 min mit 1 – 4 % Eisen.

Ich habe wieder zwei Züge gefärbt und dabei ist ein unschönes Gelbbraun aufgezogen. Den ersten Zug habe ich mit 4 % Eisen nuanciert und je nach Material ganz unterschiedliche Farben erreicht. Auf der Lammwolle habe ich ein dunkles Olivgrün erhalten, das mich sofort an Jagdbekleidung erinnert hat und das ich als lodengrün bezeichnen würde:

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Auf der Sockenwolle (Wolle/Ramie) ist die Farbe ein dunkles Graubraun: 

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Überrascht hat mich die Farbe auf dem Purista-Garn (Wolle/Seide/Ramie), welches fast schwarz geworden ist. Allerdings habe ich die Farbe der Purista einfach nicht so auf´s Foto bekommen, wie sie wirklich war,…

 …darum kein Foto.

Dann habe ich mich dem zweiten Zug gewidmet. Der wurde erst mit 1 % Eisen weiterentwickelt. Mit der Farbe nicht ganz glücklich – war mir zu grün – habe ich weitere 15 min mit zusätzlichen 2 % Eisen nuanciert. Dabei wurde der Strang lediglich zu etwa 2/3 ins Farbbad gehängt, um den Farbunterschied besser beurteilen zu können. Diese Unterschiede sieht man auf den Fotos bei allen drei Strängen des 2. Zuges (jeweils rechts) sehr gut.

Bei der Lamm- und der Sockenwolle habe ich im Vergleich zum 1. Zug (links) nahezu den gleichen Farbton erhalten, die Purista ist im Prinzip heller, und damit schön grau geworden.

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Projekt: GRAU – 3. Tag: Schachtelhalm

Als ich auf dieses Rezept gestoßen bin, ist mir eingefallen, dass ich vor urdenklicher Zeit mal eine Teekur gemacht hatte und im hintersten Winkel meines Lebensmittelschrankes immer noch jene angebrochene Packung Schachtelhalmkrauttee aus dem Jahre Schnee lagert. Das Material drängt geradezu darauf, verwendet zu werden!

Den nächsten Färbeversuch also mache ich mit Schachtelhalm nach einem Rezept von Gretel Feddersen-Fieler, das mir “Mausgrau” verspricht. Empfohlen wird, für schöne Grautöne nicht frischen, sondern getrockneten Schachtelhalm zu verwenden – na, wer sagt´s denn, wenn mein Schachtelhalm nicht trocken ist, welcher dann? – und die Wolle mit 16 % Alaun vorzubeizen.

Für 50 gr Wolle wird folgendes Färberezept angegeben: 100 gr Schachtelhalm werden über Nacht eingeweicht, 3 bis 4 Stunden ausgekocht, abgekühlt und durch ein Tuch abgegossen. Gefärbt werden zwei Züge, Färbedauer jeweils 1 Stunde. Meine beiden Züge auf Lammwolle unterscheiden sich kaum, der 1. Zug ist mimimal kräftiger gefärbt, die Farbe wird ein leicht bräunliches Gelb.

Dann nuanciere ich beide Stränge gemeinsam (das sind dann 100 gr Ausgangsmaterial) mit einer Kombination aus 4 gr Eichengallen, 2 gr Eisen und 2 gr Weinstein, Färbedauer diesmal 30 min. Wiederum weisen beide Stränge die gleiche Farbe auf, ein etwas schmutzig wirkendes Olivgrün.

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Hhm. Ich hatte mir unter “Mausgrau” was anderes vorgestellt, aber jetzt, wenn ich mir so die gewaschene und gehaspelte Wolle im Tageslicht anschaue, kommt die Farbe schon irgendwie dahin: es ist nicht grün, es ist nicht braun, es ist nicht grau, sondern eine Mischung aus allem. Wahrscheinlich ganz klassisches mausgrau. Eine ganz eigenartige Farbe, die sich, je nachdem, wie das Licht drauffällt, mal eher grüner und dann wieder eher grauer zeigt. Ich lass das jetzt einfach mal wirken.

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Oben noch der Vergleich mit der Eichenrinden-Färbung vom ersten Färbetag, die neben dem grüngrau geradezu schwarz wirkt.

Projekt: GRAU – 2. Tag: Galläpfel und Weinstein

So, nächster Versuch. Geplant hatte ich ja eigentlich ein helles Grau, Silbergrau, Rauchgrau, wie auch immer. So die Farbe, die unsere Edelstahl-Thermoskanne hat, ein metallisches Silbergrau, so was wollte ich eigentlich färben. Die Eichenrindenfärbung vom ersten Tag war ein sehr schönes Gau, aber jetzt für unseren Zweck eher zu dunkel. Heute also ein Versuch mit Eichengalläpfeln.

Bei den Rezepten mit Galläpfeln habe ich die unterschiedlichsten Mengenangaben nachgelesen. Ich habe mich für zwei Rezepte entschieden, die beide Galläpfel und Weinstein enthalten, allerdings in gerade umgekehrtem Verhältnis. Gefärbt wird bei beiden mit ungebeizter Wolle.

Zuerst zum Färberezept nach Ursula Kircher. Sie färbt 2 % Galläpfel und 5 % Weinstein zusammen mit ungebeizte Wolle im Färbebad. Hier hat mich überrascht, dass sie mehr Weinstein als Galläpfel nimmt. Nach 1 h Färbezeit kommen 3 % Eisen dazu und es wird nochmals 20 min weitergefärbt. Meine Ergebnisse auf Lammwolle, Sockenwolle (Wolle und Ramie) und der Purista (Wolle/Seide/Ramie) sehen wie folgt aus:

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Diese Färbung (oben) ist für meine Begriffe leider sehr violettstichig geworden. Ja, für sich alleine gesehen kann die Farbe durchaus als “grau” bezeichnet werden; wenn man die Wolle aber mit dem Grau aus der Eichenrinden-Färbung (unten links) vergleicht, sticht schon sehr stark der violette Ton ins Auge.

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Also ein weiteres Experiment: Den nächsten Färbeversuch habe ich aus dem Buch von Gretel Feddersen-Fieler entlehnt. Ich habe wieder mit 2 % Galläpfeln, aber dieses mal mit nur 1 % Weinstein und ebenfalls mit ungebeizter Wolle gefärbt. Nach 1 Stunde sind 0,5 % Eisen dazugekommen und es wurde 15 min nuanciert. Erreicht habe ich genau die gleiche Farbe wie beim ersten Rezept mit Galläpfeln. – Paah! Das war ja nun nicht gerade das, was ich wollte, also hab ich die Wolle nochmals nuanciert: diesmal 2 % Eisen in die Flotte und wieder 15 min weiterfärben. Allerdings hab ich da nur mehr den halben Strang ins Färbebad reingegeben, damit der Unterschied zwischen den beiden Nuancierungen sichtbar wird. Die Farbe wurde deutlich dunkler, wurde auch grau, behielt aber einen leichten lila Stich.

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Im Vordergrund die erste Nuancierung, im Hintergrund die dunklere Farbe der zweiten Weiterentwicklung. Unten im Detail nochmals die Sockenwolle.

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Oben seht ihr die Stränge der 2. Galläpfel-Färbung fein gehaspelt und fertig angeschrieben, da hab ich am Nachmittag bei Sonnenschein fotografiert, darum der etwas andere Ton.

So, kurze Zusammenfassung der beiden Grau-Färbungen der letzten zwei Tage:

Im Vergleich die Lammwolle von links nach rechts: Galläpfel Rezept 1 – Eichenrinde vom 1. Tag – Galläpfel Rezept 2.

 

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Fazit: Die Färbungen mit den Galläpfeln sind bei beiden Versuchen deutlich Violett geworden.

Es wäre jetzt noch ein Versuch, nochmals ein Entwicklungsbad zu machen. Wahrscheinlich würde das Grau nochmals dunkler und vielleicht weniger violettlastig werden. Aber eigentlich war ja Hellgrau das Ziel…

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Eventuell probier ich´s später nochmal mit einem dünneren Färbebad, also weniger Färbedrogen zum Ansetzten der Flotte. Wer weiß: Wenn die Grundfarbe schon deutlich schwächer wäre – wäre vielleicht auch das Grau dann schwächer, also mehr Grau wie Schwarz…?