Category Archives: Seide

Kurse 2016

Anfang Juli gibt es wieder den bewährten Kurs zum Färben mit Naturfarben – direkt bei mir in der Werkstatt:

Freitag, 1. + Samstag, 2. Juli 2016

Die Magie der Naturfärberei

Wir machen uns auf zu den bunten Anfängen der alten Färberei und zaubern die Farben, die uns die Natur schenkt auf Wolle und Seide.
Fast magisch mutet es an, wenn wir mit Hitze und Wasser die Farben aus den Pflanzen lösen und auf Textilien bringen.

Rainfarn2011 (5)SchurMax2014-10 (11)Schruns2010 (6) - KopieKrapp2014 (8) - Kopie

genauere Infos und Anmeldung hier

Am ersten Ferien-Samstag sind die Kinder eingeladen, unseren Fackel-Kurs zu besuchen:

Samstag, 9. Juli 2016

Für Kinder ab 6 Jahren: Wachstuchfackeln selber herstellen

Die fertigen Fackeln können in die Erde oder in einen Pflanztopf gesteckt werden (keine Handfackel!) und brennen etwa 1,5 Stunden. Mit ihren leuchtenden Flammen zaubern sie stimmige Atmosphäre bei der Grill- oder Geburtstagsparty, bringen Romantik in Hochzeitsfeiern oder weisen später im Jahr dem Nikolaus den Weg.

Zur Herstellung…

Fackeln2014 (9) - ZuschnittFackeln2014 (3) - ZuschnittFackeln2014 (23) - ZuschnittFackeln2015 (24)klein

Aber selbstverständlich

gibt es bei mir auch Seidengarn! Voilà!

Seide (1)klein

Allerdings habe ich momentan nur mehr einige Reststränge. Die neue Qualität ist noch in Ausarbeitung.

Projekt:GRAU – 4. Tag: Blauholz-Färbungen

Geplant war – wie schon gesagt – ein helles Grau. Gefärbt habe ich an meinen ersten beiden Versuchstagen leider nur Dunkelgrau, Grauviolett oder Grüngrau, nicht so wirklich den Ton, den ich wollte, also probieren wir heute mit Blauholz ein Hellgrau zu zaubern:

Verwendet habe ich ein Rezept aus einer Broschüre des Ateliers Günter und Maria Meier in Dornach, Schweiz. Das Material wird mit 16 % Alaun vorgebeizt. Für 500 gr Wolle werden 50 gr Blauholzspäne über Nacht eingeweicht, mit 3 gr Soda und 2 gr Weinstein über eine halbe Stunde ausgekocht. Farbbad auskühlen lassen, Späne absiehen. Den 1. Zug habe ich eine halbe Stunde gefärbt, den 2. Zug ebenfalls. Den erste Zug habe ich nicht weiterbehandelt, da ich dort eine sehr schönes dunkles Violett bekommen habe und mir klar war, dass eine Weiterentwicklung nur ein sehr dunkles Grau geben würde, was ja nicht erwünscht war.

Also habe ich mit dem zweiten und etwas helleren Zug weiterexperimentiert und jeweils zwei Drittel der Wollstränge mit 1 % Eisen nuanciert, lehrbuchmäßig 15 min bei 80 °C. Das Ergebnis hat sich überhaupt nicht von der Originalfärbung unterschieden und so habe ich nochmals mit 2 % Eisen weitergefärbt, was dann doch einen gewissen Effekt gegeben hat: linksseitig die Originalfärbung, rechts der mit Eisen entwickelte Teil des Wollstranges.

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Blauholz2015 (2)SowoKlein

Nach dem Haspeln habe ich Vergleichsfotos gemacht, jeweils links der 1. Zug, der nicht weiterentwickelt wurde und rechts der 2. und weiterbehandelte Zug. Die Qualitäten sind von oben nach unten die Lammwolle, Sockenwolle (Wolle-Ramie) und Purista (Wolle, Seide, Ramie) am Ende. Auffallend ist, dass die reine Wolle auch im zweiten Zug erstaunlich dunkel geworden ist, gerade auch im Vergleich zu den anderen Wollqualitäten:

Blauholz2015 (7)LammKlein

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Bei den rechten Strängen sind die nebeneinanderliegenden violetten und die grau entwickelten Wollfäden gut zu unterscheiden. Alles in allem schöne Farben, “mein” Grau allerdings wieder nicht mit dabei. Ehrlich gesagt, hatte ich das auch nicht erwartet sondern mich schon darauf eingestellt, dass auch dieses Grau einen violetten Stich haben wird. Ich denke mal, dass da einfach schon das Ausgangsmaterial zu violettfarben ist um was anderes als ein Grauviolett geben zu können.

Trotzdem war ich etwas geknickt und machte Kaffeepause, bevor´s ans Aufräumen geht. Jetzt war ich drei Tage in Folge am Färben und hatte doch nicht das hingekriegt, was ich mir vorgenommen hatte. Ja, ja, ich weiss: beim Naturfärben muss man die Farben so nehmen wie sie kommen, nicht alles ist planbar. Ja, ja, ich weiss: Grau ist schwierig zu färben. Ja, ja, ich weiss, man kann mit den Pflanzenfarben die Farbe, aber nicht den genauen Ton färben. Ja, ja, natürlich, ich sag das alles auch meinen Kursteilnehmerinnen immer wieder. Ja, ja, ich weiss das alles schon. Trotzdem nagt ein bißchen Irgendwas an mir, während ich im Garten sitze und mir einen Kaffee gönne…nicht schwarz, schön dunkelbrau, mit etwas Milch, nein, nicht dunkelbraun sondern ein helles dunkelbraun!!!…nein, es ist nicht Ärger, und auch nicht Enttäuschung…trotzdem: Jetzt färbe ich seit dem Jahr 1999 mit Pflanzenfarben…hab also doch schon einiges an Erfahrungen gesammelt…und krieg das nicht hin… Es ist mehr der gekränkte Ehrgeiz, der mir da die Gedanken rundum gehen läßt und mein Streben nach Perfektionismus, welches nicht befriedigt wurde…und während ich vor mich hin grüble kommt mir eine Passage aus dem mail von Karin in den Sinn, die ich sofort nachlesen gehe: “…du kannst auch eine schwache Blauholzfärbung nehmen und die Wolle dann mit Eisen weiterentwickeln…”. Vielleicht waren meine Färbungen vor dem Entwickeln einfach zu stark?

Ich steh also wieder vor meinem Färbetopf und studiere die noch nicht ausgeschüttete, ausgelaugte Blaufärbeflotte. Schwach, ja, schwach, das ist sie, verdammt dünn… Ich frage mich, ob da überhaupt noch Farbe drin ist. Vorgebeiztes Material hab ich auch keines mehr vorrätig. Hhm… Der Kaffee im Garten ist sicher auch schon kalt… Also, was soll´s, irgendwas probier ich jetzt. Ich nehm drei klitzekleine Proben von Katharina´s Material, von mir je zwei Meter Lammwolle, zwei Meter Wolle-Ramie und – hach, da sparen wir – einen Meter Merinowolle-Seide. Alles auf die Waage: 5 gr zu färbendes Material. Dann gleich noch ein paar Brösel Eisen dazu – Waage: 2 gr Eisen – alles ab in die eh noch warme Flotte und einschalten. Gefärbt habe ich diesen sehr unkonventionellen 3. Zug über 45 min lang. Das ist natürlich in Kombination mit Eisen zu lange, da färbt man “normalerweise” maximal für 20 Minuten; und natürlich ist die Eisendosis viel zu hoch, “normalerweise” verwende ich maximal 4 % – aber es war ja ein Versuch. Und bitte, schaut was rausgekommen ist!!!

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Schönes Silbergrau! Links die Muster von Katharina´s Material (Wollschnur, Seide, Wollstoff) und rechts meine Wollmuster (Lamm, Merino-Seide und Wolle-Ramie). Unten im Vergleich dazu der 2. Zug auf Purista (Wolle-Seide-Ramie). Am stärksten violettlastig ist die Mischung aus Merinowolle-Seide unten links. Mit den anderen Farben bin ich sehr glücklich!

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Wie es ausschaut, braucht es eine wirklich, wirklich schwache Farbe, um daraus dann ein reines Grau zu entwickeln. Meine bisherigen Versuche waren sicher auch alle zu “farbig”, um Hellgrau zu ergeben. Danke Karin für den Tip!

Projekt: GRAU – 1. Tag: Eichen- und Weidenrinde

Die Rezepte mit Eichen- und Weidenrinde sind eigentlich ident: je 200 % gemahlene Rinde und 5 % Weinstein werden über Nacht eingeweicht, dann 1 Stunde ausgekocht. Gefärbt wird ungebeiztes Material. Den ersten Zug habe ich 2 Stunden gefärbt, den zweiten Zug 2,5 Stunden.

Weiterentwickelt habe ich dann mit Eisen, beim 1. Zug habe ich 4 % Eisen verwendet, beim 2. Zug nur mehr 2 % Eisen, beidesmal 15 min bei 80 °C. Die Rezepte für die Rinden habe ich aus dem Buch von Ursula Kircher.

Unten seht ihr den ersten Zug der Eichenrinde auf Lammwolle und Sockenwolle aus Wolle/Ramie. Die Eichenrinde färb ein schönes, warmes Braun. Übrigend duftet es beim Färben herrlich nach Holz.  Das Nuancieren hat ein Dunkelgrau ergeben, das je nach Licht fast schwarz erscheint.

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Oben nochmals die Lammwolle vom ersten Zug, frisch gehaspelt. Auf der Lammwolle wurden die Rindenfärbungen generell intensiver wie auf der Sockenwolle (Wolle-Ramie-Mischung).

Die beiden unteren Stränge sind wieder die Sockenwolle, links der erste und rechts der Zug und ja: es gibt fast keinen Unterschied zwischen den beiden Zügen. Den sieht man wirklich nur, wenn man die beiden Stränge nebeneinander hält: Beim zweiten Zug ist das Grau etwas heller und wirkt eher silberfarben. 

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Die Karte unten ist mein Musterblatt für die Lichtechtheit. Die Karte wird zwischen zwei Holzbrettchen geklemmt, wobei das obere Brett ein Sichtfenster über die ganze Höhe hat, sodass jeweils die Hälfte jedes Wollmusters sichtbar ist. Dann stell ich das ganze in ein Südfenster und lass die Sonne draufknallen. Nach 3 bis 4 Wochen kommt das Musterblatt wieder raus und dann ist ersichtlich, wie lichtecht die Färbung tatsächlich ist. Das Ergebnis wird nachgeliefert!

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Soweit die Färbungen mit der Eichenrinde, dann wenden wir uns der Weidenrinde zu.

Eines vorweg, die beiden Rinden färben beinahe gleich. Das Braun der Eichenrinde ist eher gelblicher, das der Weidenrinde eher rötlicher, hat eine rosa Schimmer. Bei der Seide ist der Unterschied noch besser zu sehen. Die Färbung mit Weidenrinde hat mich an die hautfarbenen Nudetöne erinnert. Auf den nächsten Fotos die beiden Färbungen im Vergleich:

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Oben und unten ist links die Färbung mit der Eichenrinde, rechts die Weidenrinde, deutlich rosiger. Oben die Mischung aus Wolle und Ramie und unten die Lammwolle. Die beiden Abbildungen zeigen jeweis die zweiten Züge.

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Zu den Fotos unten: Bei der Weidenrinde habe ich den zweiten Zug nur mit der Sockenwolle (Wolle-Ramie) gemacht und dann erstaunt festgestellt, dass das Braun des 2. Zuges (im Vordergrund) noch rötlicher und intensiver ist, wie der 1. Zug (hinten liegend). Kann vielleicht daran liegen, dass ich beim ersten Zug die Weidenrinde im Färberbeutel hatte und beim zweiten Zug dann offen im Topf. Der Farbunterschied ist auch auf dem Musterblatt für die Weidenrinden-Färbung gut erkennbar. Sobald ein Brettchen frei ist, kommt auch diese Karte in die Lichtechtheits-Probe!

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 Von oben nach unten: Lammwolle 1. Zug; Sockenwolle (Wolle/Ramie) 1. Zug und 2. Zug

Projekt: GRAU – der Stein des Anstoßes

Katharina macht demnächst den Abschluß ihrer Ausbildung an der Modeschule. Sie hat ihre Kollektion fertig geplant, Teile davon schon angefertigt und möchte nun ausgewählte Stücke mit Naturfarben einfärben. Sehr schön! Das von ihr geplante Rot und Grün macht mir keine Sorgen, das kriegen wir hin, aber das Grau…

Noch nie habe ich mit Naturfarben “Grau” gefärbt. Es war eigentlich auch nie die Nachfrage da. Ich hab daraufhin ein wenig im Internet recherchiert, intensiv meine Färbebücher befragt und mich mit Kolleginnen ausgetauscht, Färberezepte und Farbtabellen gewälzt, verglichen, durchgerechnet und bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich – wie mir eine Kollegin prophezeit hatte – um einige Färbeversuche nicht umher kommen werde.

Also habe ich wieder meine Färbebücher befragt, mir brauchbar erscheinende Rezepte rausgeschrieben,  meine Lieferanten durchforstet und verschiedenste Färbedrogen zum “Grau” färben bestellt. Ja, und dann ging´s an Ausprobieren! Und die Ergebnisse davon bekommt ihr in den nächsten Tagen geliefert!

Wiesenkerbel – 2. Teil

So schaut die Sache nach zwei Stunden Auskochen aus:

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Die abgeseihten Pflanzen wandern auf den Komposthaufen. In den Sud kommt die vorbereitete Wolle.

Im ersten Zug habe ich auf 1 kg Alpakawolle eine schönes, kräftiges Gelb bekommen. Der zweite Zug auf Merinowolle ergab ein zartes Babygelb.

Sehr schön, ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Wiesenkerbel

Gestern abend habe ich den Wiesenkerbel hinter dem Haus geerntet, klein geschnitten und eingeweicht.  Momentan wird er gerade ausgekocht und am Nachmittag wird Wolle gefärbt.

Auf dem Bild sind noch die Blüten sichtbar, die kurz vor dem Aufgehen sind – der ideale Zeitpunkt zum Färben!

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Feine Schals aus Merinowolle

Hier einige Beispiele unsere pflanzengefärbten Merinowollschals; feine Qualität in wunderschönen Farben, hier die Färbungen mit Wiesenkerbel, Indigo und Walnuss-Schale:

 

Hier noch die versprochenen Fotos der Wiesenkerbel-Färbung vom Mai:

Die Seide unten zeigt den ersten und zweiten Zug, die Wolle habe ich mit Eisen nachbehandelt.

Das Seidentuch links unten zeigt die Farbe nach dem 1. Zug, die beiden anderen sind mit Indigo überfärbt worden. Ebenso habe ich die unten abgebildete Wolle mit Indigo überfärbt.